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Arabica oder Robusta – oder beides?
Arabica gilt als fein, aromatisch und hochwertig. Robusta dagegen hat oft mit einem schlechteren Image zu kämpfen: bitter, grob, billig. Diese Einteilung ist bequem – aber sie wird der Realität nicht gerecht.
Arabica besitzt meist ein komplexes Aromenspektrum und kann je nach Herkunft, Aufbereitung und Röstung fruchtig, floral, nussig oder schokoladig schmecken. Die Säure ist häufig ausgeprägter, der Körper etwas feiner. Gerade für moderne Espressi wird deshalb oft ausschließlich Arabica verwendet.
Robusta bringt andere Eigenschaften mit. Er enthält mehr Koffein, sorgt häufig für mehr Körper und eine kräftige Crema und kann Noten von Kakao, dunkler Schokolade, Nüssen oder Gewürzen entwickeln. Dass Robusta oft als minderwertig gilt, liegt auch daran, dass über Jahrzehnte vor allem günstige Qualitäten in industriellen Mischungen verwendet wurden. Hochwertiger Robusta zeigt jedoch, dass nicht die Kaffeeart allein über die Qualität entscheidet.
Gerade beim Espresso ergänzen sich Arabica und Robusta hervorragend. Arabica bringt häufig Eleganz, Süße und aromatische Vielschichtigkeit, Robusta Kraft, Struktur und Intensität. Deshalb setzen viele klassische italienische Espressomischungen bewusst auf beide Arten. Vor allem in Cappuccino oder Caffè Latte kann ein kleiner Robusta-Anteil dafür sorgen, dass sich der Kaffee auch gegen die Milch behauptet.
Natürlich kann auch ein Espresso aus 100 Prozent Arabica kräftig und vollmundig sein – genauso wenig garantiert Robusta automatisch einen guten Espresso. Herkunft, Qualität, Aufbereitung, Röstung und Zubereitung sind mindestens ebenso entscheidend.
Die Frage lautet deshalb nicht „Arabica oder Robusta?“, sondern „wie soll mein Espresso schmecken?“. Wer fruchtige und elegante Aromen sucht, wird eher bei Arabica fündig. Wer mehr Körper, Intensität und klassische Espresso-Charakteristik mag, sollte guten Robusta jedenfalls nicht ausschließen.
Eine Auswahl unterschiedlicher Stilrichtungen findest du in unserer Espresso-Auswahl.